Rudern

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Rudern für Anfänger: Der komplette Einsteiger-Guide zum Rudergerät

Kein anderes Heimtrainings-Gerät aktiviert so viele Muskelgruppen gleichzeitig wie das Rudergerät – und trotzdem trauen sich viele Einsteiger nicht ran, weil die Technik komplizierter wirkt als Laufen oder Radfahren. Dieser Guide zeigt dir den Ruderschlag Schritt für Schritt, deinen Einstiegsplan für die ersten sechs Wochen und was du wirklich zum Start brauchst.

Was ist Rudern als Einsteigersport?

Rudern ist eine zyklische Ausdauersportart, bei der du in sitzender Position eine Zugbewegung gegen Widerstand ausführst. Dabei arbeiten Beine, Rumpf und Arme in einer festen Abfolge zusammen – kein anderes Heimtrainings-Gerät aktiviert so viele Muskelgruppen gleichzeitig.

Für den Einstieg zuhause nutzt du ein Rudergerät, auch „Indoor-Rudern“ oder „Rowing“ genannt. Wer lieber draußen trainiert, findet über Rudervereine den Zugang zum klassischen Bootsrudern – meist mit geführten Anfängerkursen. Dieser Artikel konzentriert sich bewusst auf das Rudergerät, weil es ganzjährig, wetterunabhängig und ohne Vereinsbindung funktioniert – der realistischste Startpunkt für die meisten Einsteiger.

Der große Vorteil liegt in der Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining. Du baust Muskulatur in Rücken, Beinen, Rumpf und Armen auf, während dein Herz-Kreislauf-System genauso gefordert wird wie beim Laufen oder Radfahren. Eine 20-minütige Einheit deckt damit ab, wofür du sonst zwei getrennte Trainingseinheiten bräuchtest.

Gleichzeitig gehört Rudern zu den wenigen Ausdauersportarten mit echter Low-Impact-Belastung. Anders als beim Laufen gibt es keine Stoßbelastung auf Knie und Sprunggelenke – die Sitzposition und die gleitende Bewegung schonen die Gelenke, während der Trainingseffekt hoch bleibt.

Für wen ist Rudern geeignet?

Level-Eignung:

  • Einsteiger: ✅ Gut geeignet, wenn du dir am Anfang bewusst Zeit für die Technik nimmst. Die ersten 2–3 Einheiten solltest du auf die Bewegungsabfolge statt auf Tempo oder Widerstand legen.
  • Fortgeschrittene: ✅ Sehr gut geeignet. Intervalle, Watt-Vorgaben und Distanzziele lassen sich beliebig steigern – gute Ergänzung zum Krafttraining.
  • Profi: ✅ Geeignet. Das Rudergerät ist Referenzgerät im Leistungssport und bei CrossFit-Wettkämpfen weltweit fest etabliert.

Gesundheitliche Einordnung: 🟡 Vorerkrankungen beachten

⚠️ Gesundheitshinweis: Rudern belastet bei falscher Technik vor allem den unteren Rücken – die korrekte Bewegungsreihenfolge Beine–Rumpf–Arme ist deshalb kein Detail, sondern Grundvoraussetzung. Wenn du Vorerkrankungen am Rücken hast oder längere Zeit keinen Sport gemacht hast, sprich kurz mit deinem Arzt – ein kurzes Gespräch reicht meist aus, um sicher zu starten.

Rudern ist besonders gut geeignet für:

  • Einsteiger, die ein zeiteffizientes Ganzkörpertraining ohne zwei getrennte Einheiten suchen
  • Menschen mit Vorliebe für Home-Training ohne Studio- oder Vereinsbindung
  • Läufer und Radfahrer, die eine gelenkschonende Alternative für Regenerationstage suchen

Weniger geeignet, wenn:

  • du akute Rückenbeschwerden hast, ohne diese vorher abzuklären
  • dir eine starke soziale Komponente beim Training wichtig ist – Indoor-Rudern ist meist Einzelsport

Unsere Bewertung auf einen Blick

KriteriumBewertungKommentar
Einstiegshürde⭐⭐⭐ 3/5Technik braucht 2–3 Einheiten zum Erlernen
Verletzungsrisiko⭐⭐⭐⭐ 4/5Rücken bei falscher Technik belastet – sonst sehr gut
Kalorienverbrauch⭐⭐⭐⭐⭐ 5/5ca. 600–800 kcal/h* – einer der Spitzenwerte
Sozialkomponente⭐⭐⭐ 3/5Indoor-Rudern ist Einzelsport, Vereinsrudern als Alternative möglich
Kostenaufwand⭐⭐⭐⭐ 4/5Solides Rudergerät ab ca. 300 EUR
Alltagsintegration⭐⭐⭐⭐ 4/5Rudergerät jederzeit zuhause nutzbar, keine Anfahrt nötig
Gesundheitlicher Nutzen⭐⭐⭐⭐⭐ 5/5Ganzkörper (ca. 86 % Muskelgruppen), Herz-Kreislauf, Rücken
Spaßfaktor⭐⭐⭐ 3/5Ohne Musik oder Trainingsplan kann es schnell monoton werden
Gesamtnote4,0 / 5Sehr gut

*Kalorienangaben sind Richtwerte und variieren je nach Körpergewicht, Intensität und individuellem Fitnesslevel.

Ehrlich gesagt: Der Spaßfaktor ist der Punkt, an dem Rudern im Vergleich zu geselligeren Sportarten schwächer abschneidet. Ohne Musik, festes Ziel oder Trainingspartner wird die immer gleiche Bewegung für viele mit der Zeit eintönig – wer dranbleiben will, plant sich Playlists oder kleine Etappenziele bewusst mit ein.

Der Ruderschlag in 3 Phasen: So lernst du die Technik

Der Ruderschlag folgt immer der gleichen Reihenfolge. Wer sie einmal verinnerlicht hat, trainiert von Anfang an sicher und deutlich effizienter.

Phase 1: Der Beinschlag (Catch → Drive)

Die Bewegung startet mit den Beinen. Drücke dich kraftvoll vom Fußbrett ab, während Arme und Oberkörper zunächst noch gestreckt und ruhig bleiben. Rund 60 % der gesamten Zugkraft kommt aus dieser ersten Phase – sie ist der wichtigste Teil der Bewegung.

Phase 2: Der Rückenzug (Layback)

Sobald die Beine fast vollständig durchgestreckt sind, lehnst du den Oberkörper leicht nach hinten, etwa 10 bis 20 Grad. Der Rücken bleibt dabei gerade und angespannt – die Bewegung kommt aus der Hüfte, nicht aus der Wirbelsäule.

Phase 3: Der Armzug (Finish)

Erst zum Schluss ziehen die Arme den Griff zum unteren Brustkorb. Die Ellbogen bleiben nah am Körper, die Schultern bleiben tief statt hochgezogen.

Für den Rückweg – die sogenannte Recovery-Phase – läufst du die Reihenfolge umgekehrt ab: Arme zuerst strecken, dann den Oberkörper nach vorne bewegen, erst zum Schluss die Beine beugen.

Schlagfrequenz als Einsteiger: Orientiere dich an 18–22 Schlägen pro Minute (SPM, wird auf jedem Monitor angezeigt). Das wirkt langsamer, als viele erwarten – genau das ist der Punkt: Eine niedrige Frequenz gibt dir Zeit, die Reihenfolge Beine–Rücken–Arme sauber auszuführen, statt in Hektik zu verfallen.

Atmung: Atme beim Zug (Drive) aus und beim Zurückgleiten (Recovery) ein. Das hilft, die Bewegung rhythmisch und kontrolliert zu halten, statt zu verkrampfen.

Dein 6-Wochen-Einstiegsplan

WocheTrainingsinhaltEinheiten/Woche
1–215 Min., niedriger Widerstand, 18–20 SPM, Fokus auf Technik
3–420 Min., Widerstand leicht erhöhen, 20 SPM
5–625 Min., davon 1 Einheit mit kurzen Intervallen (30 Sek. zügig, 90 Sek. locker)

Wichtig: Zwischen den Einheiten mindestens einen Ruhetag einplanen. In den Pausen regenerieren sich Muskeln und Sehnen – hier entsteht der eigentliche Fitnessfortschritt, nicht während des Ruderns selbst.

Fortschritt messen: Die meisten Geräte zeigen Split-Zeiten (Zeit pro 500 Meter) und verbrauchte Kalorien an. Notiere dir nach jeder Einheit den Schnitt deiner Split-Zeit bei gleichbleibendem Widerstand – so siehst du schwarz auf weiß, wie sich deine Kondition entwickelt.

Typische Anfängerfehler

  • Zu viel Widerstand von Anfang an: Ein hoher Widerstand verführt zu falscher Technik und belastet vor allem den unteren Rücken. Starte immer mit niedrigem bis mittlerem Widerstand.
  • Reiner Armzug statt Ganzkörperbewegung: Viele Anfänger ziehen fast ausschließlich mit den Armen. Die Hauptkraft kommt aus den Beinen – das ist der häufigste Fehler beim Erlernen der Technik.
  • Rundrücken beim Ruderschlag: Ein gekrümmter Rücken erhöht das Verletzungsrisiko deutlich. Achte während der gesamten Bewegung auf eine aufrechte, stabile Rumpfposition.
  • Zu hohe Schlagfrequenz ohne Kontrolle: Ein hohes Tempo ohne saubere Technik bringt weniger Trainingseffekt als ein langsamerer, kontrollierter Schlag – gerade in den ersten Wochen.
  • Aufwärmen überspringen: 5 Minuten lockeres Rudern mit sehr niedrigem Widerstand vor der eigentlichen Einheit senken das Verletzungsrisiko spürbar.

Welchen gesundheitlichen Nutzen hat Rudern wirklich?

Rudern zählt zu den effizientesten Ausdauersportarten, wenn es um den Trainingseffekt pro Zeiteinheit geht:

  • Herz-Kreislauf-System: Die Kombination aus Kraft- und Ausdauerbelastung fordert das Herz-Kreislauf-System stark und verbessert die Ausdauerleistung nachweislich.
  • Ganzkörper-Kraftaufbau: Rücken, Beine, Gesäß und Rumpf profitieren mit jedem Ruderschlag – ohne dass du dafür separate Kraftübungen brauchst.
  • Gelenkschonung: Anders als Laufen entsteht beim Rudern keine Stoßbelastung. Das macht die Sportart auch bei Knieproblemen häufig eine gute Alternative.
  • Rückenstärkung bei korrekter Technik: Regelmäßiges Rudern kräftigt die Rückenmuskulatur und kann so vorbeugend gegen Haltungsprobleme wirken – vorausgesetzt, die Technik stimmt von Anfang an.
  • Gewichtsmanagement: Mit ca. 600–800 kcal/h zählt Rudern zu den effizientesten Sportarten für ein Kaloriendefizit, kombiniert mit einer ausgewogenen Ernährung.

Wichtig einzuordnen: Diese Effekte stellen sich bei regelmäßigem, technisch sauberem Training ein – nicht bei sporadischen Einheiten oder falscher Ausführung. Rudern ersetzt keine ärztliche Behandlung bestehender Rückenprobleme, ist aber bei korrekter Technik eine gut belegte Ergänzung zu einem aktiven Lebensstil.

Was brauche ich zum Anfangen?

Das brauchst du wirklich zum Start:

AusrüstungKosten ca.Empfehlung
Rudergerät300–1.500 EURAchte auf stufenlos einstellbaren Widerstand und einen stabilen Rahmen
Bequeme Sportkleidungmeist vorhandenEng anliegend an den Beinen, damit nichts am Sitz hängen bleibt

Optional, aber sinnvoll:

AusrüstungKosten ca.Wann lohnt sich das?
Rudergriffe oder Handschuhe15–25 EURBei Blasenbildung in den ersten Trainingswochen
Pulsuhr oder Fitnesstrackerab 50 EURWenn du deinen Trainingsfortschritt langfristig verfolgen willst

Widerstandsarten kurz erklärt: Rudergeräte arbeiten mit Magnet-, Luft- oder Wasserwiderstand. Magnetwiderstand ist leise und günstig, Luftwiderstand fühlt sich dynamischer an, ist aber lauter, und Wasserwiderstand bietet das realistischste Rudergefühl bei entsprechend höherem Preis. Für den Einstieg reicht ein solides Magnetwiderstands-Modell völlig aus.

Worauf du als Einsteiger verzichten kannst: Teure Profi-Rudergeräte mit hochwertigem Wasserwiderstand über 1.500 EUR brauchst du zum Einstieg nicht. Ein solides Mittelklasse-Gerät reicht für die ersten 1–2 Trainingsjahre völlig aus.

Platzbedarf im Home-Gym: Ein Rudergerät ist im Betrieb meist 2 bis 2,5 Meter lang – klingt erstmal viel. Die gute Nachricht: Die meisten Modelle lassen sich zusammenklappen und senkrecht verstauen, sodass sie im Alltag deutlich weniger Stellfläche brauchen als ein Laufband oder Crosstrainer. Für Mietwohnungen mit begrenztem Platz ist das ein spürbarer Vorteil.

Welches Rudergerät zu deinem Budget und deiner Wohnsituation passt, erfährst du in unserem Rudergerät-Kaufberater*.

Preis ca. Angaben – Stand August 2026. Aktuelle Preise können variieren, bitte beim jeweiligen Händler prüfen.

Rudergerät oder Laufband? Eine kurze Einordnung

Wenn du dich zwischen mehreren Cardiogeräten für dein Home-Gym entscheidest, hilft ein direkter Vergleich der wichtigsten Unterschiede:

MerkmalRudergerätLaufband
MuskelgruppenGanzkörper (ca. 86 %)Primär Beine
GelenkbelastungSehr geringModerat (Stoßbelastung)
PlatzbedarfMeist geringer, oft klappbarGrößer, meist nicht klappbar
EinstiegshürdeHöher – Technik nötigNiedrig – sofort loslaufen
KalorienverbrauchSehr hochHoch

Wenn Gelenkschonung und Ganzkörpereffekt für dich Priorität haben, ist das Rudergerät die stärkere Wahl. Wenn du einen möglichst niedrigschwelligen Einstieg ohne Technikphase suchst, ist ein Laufband die unkompliziertere Option – mehr dazu in unserem Ratgeber Laufen für Anfänger*. Viele erfahrene Trainierende nutzen am Ende ohnehin beide Geräte im Wechsel.

Häufige Fragen

Kann ich Rudern als kompletter Anfänger lernen?

Ja. Die Grundtechnik lässt sich in 2–3 Einheiten erlernen, wenn du dich bewusst auf die Bewegungsabfolge Beine–Rücken–Arme konzentrierst. Ein Technik-Video vorab hilft, typische Anfängerfehler von Beginn an zu vermeiden.

Wie oft pro Woche sollte ich als Anfänger rudern?

3 Einheiten pro Woche à 15–20 Minuten sind ein guter Einstieg. Das reicht aus, um Technik und Kondition parallel aufzubauen, ohne den Rücken zu überlasten.

Wie schnell sollte ich rudern – was ist die richtige Schlagfrequenz?

Als Einsteiger orientierst du dich an 18–22 Schlägen pro Minute. Höhere Frequenzen bringen erst dann etwas, wenn die Technik sitzt – vorher führen sie meist nur zu hektischen, unsauberen Bewegungen.

Was kostet Rudern im Monat?

Beim Indoor-Training zuhause entstehen nach der einmaligen Anschaffung des Geräts (300–1.500 EUR) keine laufenden Kosten. Vereinstraining kostet meist 15–40 EUR Monatsbeitrag, je nach Region und Verein.

Ist Rudern auch für ältere Einsteiger geeignet?

Grundsätzlich ja – Rudern ist gelenkschonend, weil im Gegensatz zum Laufen keine Stoßbelastung entsteht. Bei bestehenden Rückenproblemen solltest du die Technik aber besonders sorgfältig erlernen und im Zweifel vorher mit deinem Arzt sprechen.

Baut man beim Rudern auch Muskeln auf?

Ja, diese Sportart kombiniert Ausdauer- mit Krafttraining. Besonders Rücken, Beine, Gesäß und Rumpf profitieren spürbar, wenn du regelmäßig mit ausreichend Widerstand trainierst.

Ist Rudern besser als Laufen zum Abnehmen?

Beide Sportarten haben einen ähnlich hohen Kalorienverbrauch. Der Unterschied liegt in der Gelenkbelastung: Das Rudergerät beansprucht die Gelenke deutlich weniger, dafür ist die Einstiegshürde durch die Technik etwas höher. Für den Fettabbau zählt am Ende, welche Sportart du langfristig regelmäßig durchhältst.

Wie schnell sehe ich beim Rudern erste Fortschritte?

Nach 4–6 Wochen regelmäßigem Training (3× pro Woche) merkst du meist eine spürbar bessere Kondition und mehr Kraft im Rücken- und Beinbereich. Sichtbare Veränderungen an der Muskulatur brauchen in der Regel 8–12 Wochen konsequentes Training.


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